Die Landesjugendeinzelmeisterschaft Niedersachsen im Schach fand in diesem Jahr vom 28. März bis zum 03. April in Rotenburg (Wümme) statt. Eine Woche lang wurde dort gespielt, gerechnet, mitgefiebert und auch mal mit einer Partie gehadert, eben alles, was ein langes Turnier so mit sich bringt.
Auch wir vom KSV Rochade Braunschweig waren mit einigen Spielerinnen und Spielern dabei. In der U10 trat Magnus Öngün an, in der U12 spielte Kyllian Gotthold Tanukusuma. In der U14 waren wir gleich zu dritt vertreten: Hagen Petz, Phuc Nguyen und Thien Nguyen. In der U16 gingen Tobias Klebsch, Julius Freimuth und Jonas Bangert an den Start, und in der U18 spielte Anton Jüttner für uns.
Für alle war es eine intensive Woche mit vielen Partien, neuen Eindrücken und jeder Menge Erfahrungen am Brett.

Gruppenfoto des Bezirk Braunschweigs
Magnus ging in der U10 mit einer echten Favoritenrolle ins Turnier und hatte sich berechtigte Hoffnungen auf den Landesmeistertitel gemacht. Der Start verlief allerdings nicht ganz nach Plan: In der zweiten Runde unterlief ihm gegen Sergej Schmidt, der ebenfalls ein starkes Turnier spielte, ein früher Patzer.
Davon ließ sich Magnus aber nicht aus der Ruhe bringen. In den folgenden Runden spielte er sehr konzentriert weiter und blieb ohne weitere Niederlage. Am Ende standen starke 7,5 aus 9 Punkten auf seinem Konto.
Ein besonderes Highlight war seine Partie in der siebten Runde gegen Alexander Subenko.

In einer entscheidenden Stellung fand Magnus den starken Zug Sxh7. In der Partie ging es dann konkret so weiter: Lxe5 fxe5 Sxh7 Dh5 Sf8 Lxg6 fxg6 Dh8+ Kf7 Tf3+ Ke8 Txf8 Kd7 und schließlich Txd8+, wonach die Stellung nicht mehr zu halten war und sein Gegner aufgab.
Auch wenn es am Ende nicht ganz für den Titel reichte, ist der zweite Platz ein großer Erfolg. Damit qualifiziert sich Magnus für die Deutsche Jugend-Einzelmeisterschaft (DJEM) in Willingen.

Kyllian Gotthold Tanukusuma spielte in der U12 ein ausgezeichnetes Turnier. Besonders beeindruckend: Er blieb über das gesamte Turnier hinweg ungeschlagen. Mit nur drei Remis und ansonsten ausschließlich Siegen kam er auf starke 7,5 aus 9 Punkten, eine wirklich herausragende Leistung.
Bis zur letzten Runde blieb es jedoch spannend. Neben Kyllian hatten auch Matvii und Florian noch Chancen auf den Landesmeistertitel. Alle drei lagen punktgleich an der Spitze, sodass am Ende die Buchholzwertung entscheiden musste. Hier hatte Kyllian mit 1,5 Punkten Vorsprung die Nase vorn.
Damit sichert er sich den Titel des Landesmeisters in der U12. Gleichzeitig qualifiziert er sich souverän für die Deutsche Jugend-Einzelmeisterschaft.

In der U14 spielten Phuc Nguyen und Thien Nguyen ein gutes Turnier. Beide kamen auf 4,5 aus 9 Punkte und damit genau auf 50 %. Damit können die Zwillinge durchaus zufrieden sein, vor allem, weil sie viele wertvolle Erfahrungen sammeln konnten.
Noch etwas besser lief es für Hagen Petz. Er erzielte 5,5 aus 9 Punkten und zeigte insgesamt eine starke Leistung. Er durfte zudem gegen die beiden Favoriten FM Edward Bundan und Nazar Tarasenko antreten und konnte in beiden Partien gut mithalten und auf Augenhöhe spielen.

Für Tobias Klebsch war das Turnier eines mit Höhen und Tiefen. Gleich zu Beginn lief es noch nicht rund. In der ersten Runde kam er nicht über ein Remis hinaus, und in der zweiten Runde musste er sich seinem Vereinskollegen Jonas Bangert geschlagen geben. Mit 0,5 aus 2 war der Start also alles andere als ideal.
Erschwerend kam hinzu, dass Tobias im Laufe des Turniers auch noch krank wurde. Trotz dieser schwierigen Umstände kämpfte er sich stark zurück und spielte die folgenden Runden sehr souverän. Ein echtes Highlight war dabei sein Sieg gegen den Mitfavoriten Sebastian Mündörfer.
Am Ende machte sich die Grippe jedoch bemerkbar, sodass Tobias die letzte Runde gegen seinen Vereinskollegen Julius Freimuth nicht mehr spielen konnte. Trotzdem erreichte er noch solide 5 Punkte, eine Leistung, auf die er unter diesen Umständen durchaus stolz sein kann.

Betreuer Furkan und Tobias bei der Vorbereitung
Auch Jonas Bangert spielte ein starkes Turnier, auch wenn es am Ende leider nicht ganz für den Landesmeistertitel reichte. Mit 6,5 aus 9 Punkten und nur einer einzigen Niederlage, ausgerechnet gegen seinen Vereinskollegen Julius Freimuth, zeigte er eine konstant gute Leistung.
Am Ende wurde Jonas mit dem 3. Platz belohnt und kann insgesamt sehr zufrieden auf sein Turnier zurückblicken.

Damit hat im Vorfeld wirklich niemand gerechnet! Julius Freimuth spielt ein überragendes Turnier und wird mit 7,5 aus 9 Punkten Landesmeister der U16.
Besonders beeindruckend war dabei seine Eröffnungsvorbereitung. Immer wieder gelang es ihm, schon früh im Partieverlauf vorteilhafte Stellungen auf das Brett zu bringen, die er anschließend konsequent und sicher verwertete. Genau diese Stärke machte am Ende auch den Unterschied.
Mit seinem Titel sichert sich Julius verdient die Qualifikation für die Deutsche Jugend-Einzelmeisterschaft. Glückwunsch zu dieser starken Leistung!
Auch Anton Jüttner spielte ein gutes Turnier und kam am Ende auf solide 5 aus 9 Punkten. Damit zeigte er insgesamt eine ausgeglichene Leistung und konnte einige wichtige Erfahrungen aus der Turnierwoche mitnehmen.
Besonders hervorzuheben war die Hilfsbereitschaft unter den Jugendlichen während der gesamten Woche. Es war keine Seltenheit, dass sich Spieler gegenseitig auf ihre jeweiligen Gegner vorbereitet oder sich nach schwierigen Partien gegenseitig unterstützt haben. Der Zusammenhalt war nicht nur innerhalb des Vereins, sondern im gesamten Bezirk Braunschweig deutlich spürbar und hat das Turnier zusätzlich geprägt.
Ein besonderer Dank gilt auch den Betreuern Robert, Kilian Furkan und Sven, die die Spieler die ganze Woche über tatkräftig begleitet haben, sei es bei der Eröffnungsvorbereitung, beim Analysieren von Partien oder auch beim Aufmuntern nach schwierigen Niederlagen. Ihr Einsatz hat viel dazu beigetragen, dass die Jugendlichen sich voll auf ihr Schach konzentrieren konnten.
Ebenso geht ein großes Dankeschön an das Organisationsteam und alle Helferinnen und Helfer vor Ort. Ohne euren Einsatz wäre eine solche Veranstaltung in dieser Form nicht möglich gewesen.
Nächstes Jahr sind wir sicher wieder dabei, wenn es erneut heißt: LJEM!
Geschrieben von Furkan Ay
