Frage: Kannst du dich kurz vorstellen? Wer ist Robert Engel abseits des Schachs?
Robert Engel: Moin, ich bin 22 Jahre alt, komme aus Hamburg und bin 2020 für mein Architekturstudium nach Braunschweig gezogen. Meine zweite große Leidenschaft ist der Fußball. Außerdem interessiere ich mich für Geografie, Fotografie und Politik.
Frage: Wie bist du zum Schach gekommen? Gab es ein besonderes Erlebnis, das dein Interesse geweckt hat?
Robert Engel: Während meiner Grundschulzeit suchte der Hamburger Schachklub noch zwei Spieler für die Norddeutsche Vereinsmeisterschaft U12. Relativ spontan wurden mein Zwillingsbruder Luis und ich gefragt, obwohl wir bis dahin noch keine Turniererfahrung hatten – und so nahm alles seinen Lauf.
Frage: Was fasziniert dich am Schachspiel am meisten?
Robert Engel: Wie ein ganz einfaches Spiel mit überschaubaren Regeln so komplex sein kann.
Frage: Welche Meilensteine oder besonderen Erfolge hast du in deiner Schachlaufbahn erreicht?
Robert Engel: Ich bin sechsmal Deutscher Vereinsmeister und dreimal Deutscher Schulschachmeister geworden.
Frage: Hast du ein Vorbild im Schach, das dich inspiriert?
Robert Engel: Christian Zickelbein, die gute Seele des Hamburger SK. Er hat Luis und mich für Schach begeistert und unermüdlich für den Verein gearbeitet.
Frage: Wie würdest du deinen Spielstil beschreiben? Gibt es eine Eröffnung, die du besonders gerne spielst?
Robert Engel: Schwierige Frage – aber für mich steht die Harmonie der Stellung immer an erster Stelle. Meine Lieblingseröffnung ist das Vierspringerspiel mit 4. Le2. Wird oft belächelt, aber ist besonders im Blitzen sehr effektiv.
Frage: Was war dein denkwürdigstes Spiel – sei es ein großer Erfolg oder eine bittere Niederlage?
Robert Engel: Mein erster Sieg nach sechs erfolglosen Versuchen. Den Namen meiner Gegnerin erinnere ich bis heute, die anderen wurden verdrängt.
Frage: Warum liegt dir die Jugendarbeit im Schach so am Herzen?
Robert Engel: Es ist einfach schön zu sehen, wie viel Spaß die Jugendlichen am Schach haben. Außerdem sorgen sie immer für eine gute Stimmung – da ist immer etwas los!
Frage: Wie siehst du die Entwicklung des Jugendschachs in unserem Bezirk? Gibt es genug Nachwuchs?
Robert Engel: Auf jeden Fall! Es gibt viele topmotivierte Jugendliche, und die Tendenz ist steigend.
Frage: Was sind die größten Herausforderungen bei der Organisation eines Schachturniers für Jugendliche?
Robert Engel: Das kann ich leider nicht beurteilen, da ich noch nie ein Turnier organisiert habe. Man braucht sicher viel Zeit, Hartnäckigkeit und gute Kontakte, um einen geeigneten Spielort zu finden und die Finanzierung zu sichern.
Frage: Wie hat sich das Schachspiel in den letzten Jahren verändert – insbesondere durch Online-Schach und Engines?
Robert Engel: Vieles ist einfacher geworden. Es war noch nie so unkompliziert, Eröffnungen zu studieren – mit wenigen Klicks sind herausragende GM-Repertoires abrufbar. Aber man sollte nicht zu streng mit sich sein, wenn eine vermeintliche Glanzpartie von der Engine als fehlerhaft bewertet wird. Ohne technische Hilfe sieht die Realität oft ganz anders aus.
Frage: Was würdest du Anfängern raten, die besser im Schach werden wollen?
Robert Engel: Wer besser werden will, muss auch außerhalb des Vereinstrainings arbeiten. Besonders Taktikaufgaben bringen anfangs große Fortschritte. Außerdem empfehle ich, alle Jugend- und Mannschaftsreisen mitzunehmen – das waren für mich immer die lustigsten und gleichzeitig erfolgreichsten Erlebnisse. Gute Stimmung abseits des Brettes führt oft auch zu guten Leistungen am Brett.
Frage: Welche Pläne hast du für die Zukunft – sowohl persönlich als auch im Schachbereich?
Robert Engel: Als Nächstes spiele ich bei der Schach-Europameisterschaft in Rumänien mit. Danach geht es mit dem KSV Rochade Braunschweig zur LJEM 2025. Abseits vom Schach möchte ich mein Masterstudium in Architektur abschließen und viele Großstädte dieser Welt besuchen.